Neueste
Weißer Heizkörper unter einem Fenster in einem typisch deutschen Wohnraum bei Tageslicht.

Heizkosten senken: So beeinflussen Thermostat und Lüften den Verbrauch

Wenn es draußen kälter wird, steigt in vielen Haushalten der Heizbedarf. Wie viel Energie eine Wohnung benötigt, hängt auch davon ab, welche Temperaturen eingestellt sind, wie gelüftet wird und ob die Wärme ungehindert in den Raum gelangt. Mit ein paar einfachen Prüfungen lässt sich der Verbrauch bewusster steuern; eine bestimmte Ersparnis lässt sich daraus nicht für jeden Haushalt ableiten.

Die Thermostatstufe bestimmt die Zieltemperatur

Die Zahlen auf einem Thermostat stehen für ungefähre Temperaturbereiche. Eine höhere Stufe bedeutet deshalb nicht, dass der Raum schneller warm wird. Sie stellt eine höhere Zieltemperatur ein: Das Ventil lässt so lange Heizwasser durch den Heizkörper, bis diese ungefähr erreicht ist.

Drehen Sie das Thermostat passend zur Nutzung des Raums und geben Sie der Heizung Zeit, die Temperatur zu erreichen. Wer ein Fenster öffnet, während der Heizkörper auf einer hohen Stufe steht, heizt möglicherweise gegen die einströmende kalte Luft an. Das Thermostat während des Lüftens herunterzudrehen kann helfen, unnötiges Nachheizen zu vermeiden. Nach dem Schließen des Fensters lässt es sich wieder auf die gewünschte Einstellung bringen.

Achten Sie darauf, die Räume bedarfsgerecht zu temperieren. Welche Einstellung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Nutzung, dem Gebäude und persönlichen Bedürfnissen ab. Eine für alle Haushalte passende Stufe oder Raumtemperatur gibt es nicht. Wenn sich ein Raum trotz angepasster Einstellung nicht ausreichend erwärmt, kann auch die Wärmeverteilung im Heizsystem eine Rolle spielen.

Heizkörper freihalten und kurz lüften

Möbel, Verkleidungen und lange Vorhänge können die Wärmeabgabe behindern oder die Luftzirkulation am Heizkörper einschränken. Halten Sie den Bereich davor möglichst frei, damit die Wärme in den Raum gelangen kann. Auch Thermostate sollten nicht von Vorhängen verdeckt werden: Sonst kann die dort gemessene Temperatur von der Raumtemperatur abweichen und die Regelung entsprechend beeinflussen.

Beim Lüften ist es hilfreich, die Fenster für kurze Zeit weit zu öffnen, statt sie lange gekippt zu lassen. So wird die Raumluft ausgetauscht, während Wände und Möbel weniger stark auskühlen können. Wie oft und wie lange gelüftet werden sollte, hängt von Wohnung, Wetter und Alltag ab. Eine feste Dauer lässt sich daher nicht für alle Situationen angeben.

Vor dem Lüften können Sie das Thermostat herunterdrehen; danach stellen Sie es wieder auf den gewünschten Wert. Bleibt das Fenster lange offen, während der Heizkörper weiter auf einer hohen Stufe steht, kann die Heizung auf die kühlere Luft reagieren und weiter Wärme abgeben. Achten Sie außerdem darauf, dass der Heizkörper anschließend nicht durch Vorhänge verdeckt wird.

Heizkosten senken: So beeinflussen Thermostat und Lüften den Verbrauch

Ungleich warme Räume können auf die Anlage hinweisen

Werden einzelne Heizkörper nur langsam warm, während andere Räume überheizen, kann die Wärme im Heizsystem ungleich verteilt sein. Ein hydraulischer Abgleich stellt das Heizsystem so ein, dass die Heizkörper bedarfsgerecht mit Heizwasser versorgt werden. Er betrifft die Anlage als Ganzes und ist keine Thermostateinstellung, die sich einfach am Heizkörper nachholen lässt.

Ob ein Abgleich im konkreten Gebäude sinnvoll ist und welche Maßnahmen dafür nötig wären, sollte eine Fachkraft prüfen. Die Ursache unterschiedlicher Raumtemperaturen lässt sich aus der Beobachtung allein nicht sicher bestimmen. Wer zur Miete wohnt, kann der Vermietung oder Hausverwaltung schildern, welche Räume betroffen sind und wie sich die Heizkörper dort verhalten. So kann die Wärmeverteilung gezielt überprüft werden.

Gas- oder Ölrechnung Schritt für Schritt prüfen

Eine hohe Rechnung zeigt nicht allein, ob mehr Energie verbraucht wurde: Auch der Abrechnungszeitraum und der Preis je verbrauchter Einheit spielen eine Rolle. Vergleichen Sie die Angaben deshalb getrennt. Vor allem bei einem Vergleich mit einer früheren Rechnung ist wichtig, dass die Zeiträume gleich lang sind.

  • Verbrauch: Prüfen Sie, welche Menge Gas oder Öl für den abgerechneten Zeitraum angesetzt ist. Ein Vergleichswert sollte sich auf einen entsprechenden Zeitraum beziehen.
  • Abrechnungszeitraum: Achten Sie auf Anfangs- und Enddatum. Umfasst eine Rechnung mehr oder weniger Zeit, lässt sich der Gesamtbetrag nicht direkt mit einer anderen Abrechnung vergleichen.
  • Arbeitspreis: Vergleichen Sie den Preis je verbrauchter Einheit separat. Ein anderer Arbeitspreis kann den Rechnungsbetrag verändern, auch wenn der Verbrauch ähnlich ist.

Diese drei Angaben helfen dabei, die Bestandteile einer Rechnung auseinanderzuhalten. Sie erklären für sich genommen nicht jede Abweichung. Sind Werte oder Berechnung unklar, fragen Sie beim Versorger oder bei der zuständigen Verwaltung nach und halten Sie die betreffenden Angaben aus der Abrechnung bereit.

Für weitere Hinweise zum Heizen, zu Warmwasser und zu Energiesparmaßnahmen stellt die Verbraucherzentrale Informationen bereit. Diese können helfen, die eigene Situation besser einzuordnen; ob eine konkrete Einstellung oder Maßnahme passt, hängt weiterhin von Wohnung und Heizsystem ab.

Quelle: Verbraucherzentrale

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!
Redaktion energie

Redaktion energie

Die Energierealtion berichtet über Energiewirtschaft, Versorgung, erneuerbare Energien, Netze und politische Entwicklungen in Deutschland und darüber hinaus. Sie ordnet relevante Meldungen ein und prüft Angaben anhand verlässlicher Quellen, bevor sie veröffentlicht werden. Für sachliche, verständliche und verantwortungsvolle Berichterstattung über das Energiethema trägt die Redaktion gemeinsam Verantwortung

Weitere Geschichten