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Zwei zottelige Schottische Hochlandrinder laufen durch ein morastiges Feuchtgebiet in Deutschland.

Warum Memmingen auf zottelige Rinder für Feuchtwiesen setzt

Von der Pressestelle der Stadt Memmingen | 13. August 2026

An den Feuchtwiesen im Amendinger Osten stehen elf Schottische Hochlandrinder im natürlichen Schatten des nahen Waldrands. Mit ihrem langen Fell und den weit geschwungenen Hörnern fallen die Tiere sofort auf – für die Stadt Memmingen erfüllen sie dort aber vor allem eine konkrete Aufgabe: Sie halten Ausgleichsflächen extensiv offen.

Die kleine Herde gehört Georg Dauner aus Amendingen. Der Metzgermeister hält seit 2022 Highland Cattle und setzt sie auch auf städtischen Flächen ein. Die robuste Rasse kommt mit mageren Wiesen aus und verbringt Sommer wie Winter im Familienverbund draußen.

Elf Tiere halten die Flächen im Amendinger Osten offen

Dauners Herde lebt als Mutterkuhherde: Kühe, Kälbchen und der Bulle bleiben gemeinsam auf der Weide. Lediglich die Ochsen werden räumlich getrennt gehalten, damit es in der Gruppe ruhig bleibt. Gerade ihr gelassenes Verhalten sei für diese Form der Haltung hilfreich, berichtet Dauner.

Warum Memmingen auf zottelige Rinder für Feuchtwiesen setzt

Für Spaziergängerinnen, Spaziergänger und Radfahrende sind die Tiere zugleich ein sichtbarer Teil der Landschaft im Amendinger Osten. An den Toren der Weideflächen hängen Informationstafeln des Verbands Deutscher Highland Cattle Züchter und Halter. Sie erklären die ganzjährige Weidehaltung und die Rolle der Rinder in der extensiven Landwirtschaft.

Die Tiere halten Fremden gegenüber nach Angaben der Stadt gern Abstand. Die Weiden sind damit Beobachtungsorte, aber keine Streichelgehege.

Große Klauen, geringe Belastung für nasse Böden

Aus Sicht des Naturschutzes passen die Schottischen Hochlandrinder besonders gut zu den Feuchtwiesen. Ferdinand Fehler, Naturschutzfachkraft der Stadt Memmingen, verweist auf ihre vergleichsweise geringe Größe und großen Klauen. Dadurch werde der Boden geschont, obwohl die Tiere die Flächen beweiden.

Warum Memmingen auf zottelige Rinder für Feuchtwiesen setzt

Hinzu kommt, dass die Rinder keine besonders nährstoffreichen Futterflächen brauchen. Ihre Hinterlassenschaften düngen den Boden und fördern nach Darstellung der Stadt die Artenvielfalt. Auf den Weiden wachsen teils seltene Pflanzen; Dauner beobachtet dort außerdem viele Vögel. Das breite Insektenangebot auf den Flächen sei ein Grund dafür, dass sich die Tiere dort aufhalten.

Die Beweidung ersetzt dabei keine Schutzmaßnahme durch Technik, sondern wirkt unmittelbar über die Tiere: Sie fressen auf den Flächen, bewegen sich über das Gelände und hinterlassen Nährstoffe. So bleibt die Nutzung der Wiesen bewusst extensiv.

Für Georg Dauner sind die Rinder Hobby und regionales Angebot

Die landwirtschaftlichen Flächen befinden sich seit Jahrzehnten im Besitz von Dauners Familie. Die Highland-Rinderhaltung habe sich deshalb als Hobby angeboten, erklärt er. Zugleich erweitert sie das Angebot seiner Metzgerei um Fleisch von Tieren, die mindestens vier Jahre in ganzjähriger Weidehaltung leben.

Warum Memmingen auf zottelige Rinder für Feuchtwiesen setzt

Nach Angaben des Halters wird den Tieren kein Futter zugegeben, das einen schnellen Fettansatz fördern soll. Das Fleisch von Färsen und Ochsen sei bei Kundinnen und Kunden gefragt: Ein zuletzt geschlachteter Ochse sei bereits verkauft gewesen, bevor der Schlachttermin feststand.

Das markante Fell der Rinder erfüllt auf der Weide ebenfalls eine Funktion. Die langen Stirnfransen schützen ihre Augen laut Stadtangaben vor Fliegen und anderen Insekten – ein praktischer Vorteil hinter dem auffälligen Erscheinungsbild der Landschaftspfleger.

Quelle: City of Memmingen News

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Redaktion Sakamakal

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