Von der Sakamakal-Redaktion
Am vergangenen Wochenende wurde der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Sein Datum erinnert an den 3. Oktober 1990: An diesem Tag wurde die staatliche Wiedervereinigung wirksam. Der Fall der Berliner Mauer lag da bereits fast elf Monate zurück. Wer die beiden Ereignisse auseinanderhält, versteht auch, warum Deutschland seinen Nationalfeiertag im Oktober begeht und nicht im November.
Der Mauerfall öffnete die Grenze – die Einheit folgte später
Am 9. November 1989 öffnete sich die Berliner Mauer. Menschen konnten eine Grenze überqueren, die Familien, Freunde und eine Stadt jahrzehntelang getrennt hatte. Die Bilder dieser Nacht stehen bis heute für das Ende der deutschen Teilung. Rechtlich bestand die Deutsche Demokratische Republik (DDR) aber weiter. Auch die Bundesrepublik Deutschland war weiterhin ein eigener Staat.
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Zwischen offenen Grenzübergängen und einem gemeinsamen Staat lagen politische Entscheidungen, Verhandlungen und Verträge. Es musste geklärt werden, unter welchen Bedingungen die DDR der Bundesrepublik beitreten würde und wie die Einheit international abgesichert werden konnte. Deshalb bezeichnen Mauerfall und Wiedervereinigung zwei verschiedene Schritte: Der eine veränderte unmittelbar das Leben an der Grenze, der andere die staatliche Ordnung.
Diese Unterscheidung hilft auch beim Blick auf die Feiern. Der 3. Oktober erinnert nicht an den ersten Tag, an dem Menschen wieder durch die Mauer gehen konnten. Er markiert den Tag, an dem aus zwei deutschen Staaten ein Staat wurde.
Welche Schritte zwischen November 1989 und Oktober 1990 lagen
Nach dem Mauerfall entwickelte sich die staatliche Einheit innerhalb weniger Monate. Einige Daten zeigen, warum sie nicht auf einen einzigen Abend zurückgeht:
- 9. November 1989: Die Berliner Mauer fällt; die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin wird geöffnet.
- 18. März 1990: In der DDR findet die erste freie Volkskammerwahl statt. Das gewählte Parlament entscheidet später über den Weg zur Einheit.
- 1. Juli 1990: Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion tritt in Kraft. Die D-Mark wird auch in der DDR Zahlungsmittel.
- 23. August 1990: Die Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zum 3. Oktober.
- 31. August 1990: Der Einigungsvertrag wird unterzeichnet. Er regelt wesentliche rechtliche Folgen des Beitritts.
- 12. September 1990: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag wird unterzeichnet. Er klärt die außenpolitischen Bedingungen der Einheit mit den vier ehemaligen Besatzungsmächten.
- 3. Oktober 1990: Der Beitritt der DDR wird wirksam. Deutschland ist staatlich wiedervereinigt.
Die Abfolge macht deutlich, dass die Einheit sowohl eine Entscheidung der Menschen und ihrer gewählten Vertreter als auch ein rechtlicher und internationaler Prozess war. Die offene Grenze allein hätte die staatlichen Fragen nicht beantwortet. Umgekehrt lässt sich der Oktober 1990 ohne die Veränderungen des vorangegangenen Jahres kaum verstehen.

Was am 3. Oktober 1990 geschah
Mit dem Wirksamwerden des Beitritts endete die DDR als Staat. Ihr Gebiet wurde Teil der Bundesrepublik Deutschland. Die fünf ostdeutschen Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen hinzu; Berlin wurde als vereinte Stadt ein Bundesland. Damit war die staatliche Teilung Deutschlands beendet.
Der Einigungsvertrag legte den 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit und als gesetzlichen Feiertag fest. Das erklärt die Wahl des Datums: Es bezeichnet einen klaren rechtlichen Einschnitt. Der 9. November bleibt für die Geschichte der Einheit zentral, ist aber nicht das Datum ihres staatlichen Vollzugs.
Auch außerhalb Deutschlands musste der neue Zustand geregelt werden. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die vier ehemaligen Besatzungsmächte besondere Rechte und Verantwortlichkeiten in Bezug auf Deutschland als Ganzes und Berlin. Die Verhandlungen mit ihnen gehörten deshalb zum Weg zur vollen Souveränität des vereinten Deutschlands. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag gab dafür den außenpolitischen Rahmen.
Warum das Datum bis heute Bedeutung hat
Der Nationalfeiertag erinnert an das Ende der staatlichen Teilung. Er steht zugleich für einen Prozess, der mit dem 3. Oktober nicht in jeder Hinsicht abgeschlossen war. Institutionen, Gesetze und Verwaltungen mussten zusammengeführt werden; wirtschaftliche und gesellschaftliche Unterschiede verschwanden nicht über Nacht. Staatliche Einheit und gleiche Lebensverhältnisse sind unterschiedliche Fragen.
Gerade deshalb lohnt sich der genaue Blick auf die Daten. Der Mauerfall am 9. November 1989 steht für die Öffnung einer Grenze und einen Wendepunkt im Alltag vieler Menschen. Der 3. Oktober 1990 bezeichnet die rechtliche Wiedervereinigung. Beide Ereignisse gehören zur Geschichte der Deutschen Einheit, erfüllen in ihr aber verschiedene Rollen.
Wer die Feiern vom vergangenen Wochenende zeitlich einordnen möchte, kann sich diese kurze Folge merken: erst die Öffnung der Mauer, dann freie politische Entscheidungen und Verträge, schließlich der Beitritt der DDR. Weiterführende Hintergründe zu dieser Entwicklung bietet die Bundeszentrale für politische Bildung.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
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Quellenprüfung Historischer Hintergrund
Die Chronologie unterscheidet zwischen der Öffnung der Berliner Mauer 1989 und der staatlichen Wiedervereinigung 1990.
- Der Mauerfall wird auf den 9. November 1989 datiert.
- Der Beitritt der DDR wurde am 3. Oktober 1990 wirksam.
- Weiterführende Hintergründe bietet die Bundeszentrale für politische Bildung.
- Quelle
- Bundeszentrale für politische Bildung
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-10-07 08:41
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